Seien Sie lösungsorientiert: so kommen Sie in Lateinamerika sehr gut an.

Aktualisiert: 20. Aug. 2019

Heute will ich Ihnen näherbringen warum wir, Lateinamerikaner, mit einer sehr direkten Art wie der deutschen, intuitiv Schwierigkeiten haben.


Wir Lateinamerikaner sind im Allgemeinen fröhliche, offene und positive Menschen. Wir achten auf die Art und Weise wie wir Dinge sagen und tendieren dazu, höflich zu kommunizieren. Dabei fragen wir uns intuitiv auch, was unser Kommunikationspartner von uns denken würde und bemühen uns, gut bei ihr oder ihm anzukommen. Aus diesem Grund freuen wir uns, wenn wir positives Feedback geben und auch, wenn wir welches bekommen. Demgegenüber haben wir oftmals – da wir dies nicht gewöhnt sind – Schwierigkeiten mit negativem Feedback bzw. es fällt uns schwer dieses anzunehmen. Besonders herausfordernd wird es für uns, wenn die Art und der Ton des Feedbacks unseren Erwartungen nicht entsprechen.



Dies ist auch der Hintergrund warum wir, sobald jemand uns oder unsere Arbeit mit einem harten Ton kritisiert, diese unmittelbar persönlich nehmen (selbst wenn die Kritik sachlich formuliert und inhaltlich gerechtfertigt ist). Wir denken dann, dass wir das „Problem“ sind und es fällt uns schwer, sachlich zu bleiben. Genau das passiert uns mit der direkten, deutschen Art.


Wenn Deutsche ihre Meinung äußern, sagen sie dies „straight forward“, was eigentlich sehr gut ist, um Missverständnisse zu vermeiden. Mit ihrer klaren Botschaft weiß der Empfänger woran er ist und er kann sich drauf verlassen. Weitere Vorteile dieses Kommunikationsstils: Zudem spart dies Zeit und steigert die Effizienz in der Kommunikation. Sicherlich sollten wir ein bisschen davon lernen. Leider kann aber dieser Kommunikationsstil und die Ausübung direkter Kritik sehr negativ auf Lateinamerikaner wirken.


Kritik, die anfängt mit: „Das ist Falsch“ oder „Das ist nicht das was ich erwartet habe“ wird bei uns nicht gut ankommen. Wir werden uns schlecht fühlen und werden keine Klarheit haben was wirklich zu tun ist.


Sollten Sie sich mit dieser Art identifiziert fühlen schlage ich Ihnen folgendes vor:


Bevor Sie Ihre Kritik in der oben beschriebenen Art üben, fragen Sie sich ob Sie am PROBLEM oder an der LÖSUNG orientiert sind.


Mein Tipp: seien Sie lösungsorientiert.


Wenn Sie an die Lösung (Soll Zustand) denken, werden Sie automatisch andere Wörter nutzen und sehr wahrscheinlich viel besser ankommen. Dazu hilft es allgemein in der Kommunikation das Konjuktiv II (würde, könnte, wäre etc) und die Ich-Form zu nutzen.


Wie geht das? Hier ein Beispiel:


Sie sind in einem Restaurant, Sie probieren Ihr Essen und es schmeckt Ihnen nicht. Sie rufen den Kellner / die Kellnerin und sagen Ihm/ Ihr „Das Essen ist kalt“ oder „Das Essen ist zu scharf“ oder „Ich habe das nicht bestellt“… Sehen Sie was ich meine? Sie Sind problemorientiert und der Kellner/die Kellnerin muss erstmals verstehen was Sie meinen und dann eine Lösung finden.


Besser wäre zu sagen „Könnten Sie bitte meine Bestellung prüfen?, ich habe mein Gericht ohne Paprika bestellt“ oder „Würden Sie bitte mein Essen wärmer machen?“ oder „Wäre es möglich mein Essen ohne Chili zu haben, für mich ist es zu scharf“ Hier sind Sie lösungsorientiert und zudem höflich geblieben und das Beste ist, dass der Kellner/ die Kellnerin nun weiß was zu tun ist!


Diese Art zu kommunizieren wird nicht direkt als Kritik empfunden. Damit wirken Sie konstruktiver und Sie werden – insbesondere auch im Arbeitsalltag viel bessere Ergebnisse erzielen können. Wir Lateinamerikaner werden schnell wissen, was gemeint ist und es wird dabei weniger Raum für Missverständnisse geben.


Haben Sie Kommentare, Anregungen oder möchten Sie mehr über ein bestimmtes Thema wissen?


Lassen Sie mir unten Ihre Kommentare. Ich freue mich auf Ihre Meinung.


Liebe Grüße

Ihre María Tejeiro



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